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Eine gemeinsame Universität festigt die Partnerschaft mit der Türkei

Die Türkische-Deutsche Universität

Die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) in Istanbul ist eine staatliche Einrichtung, die der türkischen Hochschulgesetzgebung unterliegt. Ihr Bau wurde auf der Grundlage des Abkoens zwischen der Türkei und der Bundesrepublik Deutschland initiiert. Bereits am 30. Mai 2008 wurde die Gründungsvereinbarung unterzeichnet. Im Oktober 2010 erfolgte die Grundsteinlegung. Der deutsche Beitrag zu diesem Projekt wird aus Mitteln des Bundesminsiteriums für Bildung und Forschung (BMBF) über den DAAD gefördert. Am 16. September 2013 startete der Lehrbetrieb an der TDU mit den ersten 135 Studenten und fünf angebotenen Studiengängen. Am 29. April 2014 wurde die Universität von Bundespräsident Joachim Gauck, dem türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül und Ministerin Johanna Wanka feierlich eröffnet.

Zahlreiche Deutsche türkischer Herkunft

Mit der fortschreitenden Einbindung der Türkei in den europäischen Integrationsprozess haben auch die bilateralen deutsch-türkischen Beziehungen weiter an Bedeutung gewonnen. Einerseits ist dies auf das außergewöhnliche Wirtschaftswachstum der Türkei zurückzuführen. Andererseits hat gerade Deutschland wegen der 1,7 Millionen hier lebenden türkischen Staatsbürger und den zahlreichen Deutschen mit türkischer Herkunft ein besonderes Interesse an guten Beziehungen zur Türkei. 25,9 Prozent der im Jahr 2008 eingebürgerten Personen hatten einen türkischen Migrationshintergrund, diese stellen damit die größte Personengruppe dar.

Im Vordergrund steht dabei natürlich die wirtschaftliche Zusammenarbeit: Mehr als 5.600 deutsche Unternehmen haben bereits Niederlassungen in der Türkei gegründet und größere Investitionen getätigt. Viele dieser Unternehmen nutzen dabei die attraktiven Investitionsfördermaßnahmen und bildungsrelevanten Standortvorteile in der Türkei und haben beachtliche Investitionen in Forschung und Entwicklung getätigt. Deutschland ist nach wie vor der wichtigste Handelspartner der Türkei. Dabei sind die deutsch-türkischen Handels- und Wirtschaftsbeziehungen keine Einbahnstraße, da rund 75.000 türkische und türkeistämmige Unternehmer mit mehr als 375.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von etwa 35 Milliarden Euro einen erheblichen Beitrag zur deutschen Wirtschaftskraft leisten. Die deutsche Wissenschaft genießt in der Türkei hohes Ansehen.

Bereits seit 1951 wird der wissenschaftliche Austausch mit der Türkei gefördert. Obwohl diese weiter ausbaufähig sind, bestehen derzeit über 760 Kooperationen zwischen deutschen und türkischen Hochschulen und Universitäten. Türkische Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler orientieren sich weiter vorwiegend an angelsächsischen Universitäten. Damit das große Kooperationspotenzial für Deutschland nicht verloren geht, baut das BMBF die Zusammenarbeit mit der Türkei in Bildung, Wissenschaft und Forschung beständig weiter aus.

Formelle Zusammenarbeit seit dreissig Jahren

Seit 1984 besteht eine formelle Zusammenarbeit zwischen dem Wissenschaftlichen und Technischen Forschungsrat der Türkei (TÜBITAK) und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Den rechtlichen Rahmen für die Wissenschaftlich-Technologische Zusammenarbeit (WTZ) zwischen Deutschland und der Türkei bildet bisher eine Einzelvereinbarung zwischen dem Projektträger im Forschungszentrum Jülich GmbH und dem TÜBITAK vom 10.01.1997 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Die gemeinsamen Förderprogramme für Forschung werden durch die Aktivitäten und die Förderinstrumente der beiden großen Stipendienorganisationen Deutscher Akademischer Austauschdienst (DAAD) und Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) flankiert. Bei der Auftaktveranstaltung des Deutsch Türkischen Jahres der Forschung, Bildung und Innovation 2014 am 23. Januar 2014 in Berlin unterzeichneten beide Länder drei neue Kooperationsabkommen. 

Die türkische Regierung setzt seit längerem auf einen dynamischen Auf- und Ausbau der Hochschullandschaft  und auf eine merkliche Stärkung der Forschungs- und Innovationskapazitäten des Landes. So wurden in den vergangenen Jahren  viele Universitäten in allen Provinzen des Landes errichtet. Der FuE-Anteil am BIP stieg im Jahr 2013 knapp unter 1 Prozent und soll bis zum Jahre 2023 deutlich auf 3 Prozent erhöht werden. Die ersten Erfolge dieser Technologie- und Innovationsförderinitiativen spiegeln sich eindrucksvoll im Anstieg der vollzeitäquivalenten Forscher, internationaler Publikationen und Patente wieder. Bei den 6. und 7. EU-Forschungsrahmenprogrammen hat die Türkei große Beiträge geleistet, und auch bei Horizont 2020 zeigt sich die Türkei wieder als starker und verlässlicher Partner.

Forschungszentrum für Informations- und Kommunikationstechnologien

Die Vereinbarung über wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit bei den Informations- und Kommunikationstechnologien bildet den Rahmen für die Gründung eines gemeinsamen deutsch-türkischen Forschungszentrums für Informations- und Kommunikationstechnologien (German-Turkish Advanced ICT Research Center, GT-ARC) mit Standorten in Istanbul und Berlin. Das Forschungszentrum wird von der deutschen und türkischen Wirtschaft als Partner aktiv unterstützt. Es passt als "public-private partnership" nahtlos in die Hightech-Strategie der Bundesregierung. Mit zwei Standorten und einem gemeinsamen wissenschaftlichen Team stellt es eine neue Qualität der Zusammenarbeit dar.

quelle: hier

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